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Natürliche Dämmstoffe als Alternative (01.02.2022)

Ökologische Dämmstoffe: aus nachwachsenden Rohstoffen mit geringem Energieaufwand hergestellt und wiederverwertbar.
Ökologisches Bauen ist im Trend. Umweltverträgliche, kosten- und energiesparende Dämmstoffe tragen zunehmend dazu bei, Heizenergie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Auch vor dem Hintergrund derzeit steigender Energiepreise ist Wärmedämmung insgesamt lohnenswert, um zukünftige Kostensteigerungen zu vermeiden. Staatlich gefördert wird Energieeffizienz unabhängig davon, mit welchen Materialien gedämmt wird. Naturprodukte spielen hier zwar noch keine große Rolle, aber ihr Marktanteil wächst. Martin Brandis, Energieexperte der Energieberatung der Verbraucherzentrale, erklärt, worauf bei natürlichen Dämmstoffen zu achten ist.

Natürliche Dämmstoffe als AlternativeDämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recyclingmaterial belasten die Umwelt wenig und lassen sich oft mit geringem Energieaufwand herstellen, entsorgen oder wiederverwerten: Das sind die Pluspunkte gegenüber konventionellen Dämmstoffen.

Für fast jede Dämmmaßnahme gibt es Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. „Sie sind beim Eigenheim mit Blick auf den Brandschutz in vielen Fällen problemlos einsetzbar und halten bei der Qualität mit konventionellen Dämmstoffen mit“, erläutert Energieexperte Martin Brandis. Zwar ist die Wärmeleitfähigkeit von Naturdämmstoffen in den meisten Fällen höher als bei konventionellen Dämmstoffen. Das lässt sich durch dickere Dämmschichten aber ausgleichen.

Die bekanntesten und am meisten genutzten ökologischen Dämmstoffe sind Zellulose und Holzweichfaser: Ihre Marktanteile an den ökologischen Dämmstoffen liegen bei jeweils etwa 30 Prozent.

Zellulose: Das günstigste ökologische Dämmmaterial
Das Feld nachhaltiger Dämmstoffe führt seit vielen Jahren Zellulose an. Sie ist eine der kostengünstigsten Möglichkeiten der nachträglichen Gebäudedämmung, zum Beispiel bei Dachkonstruktionen. Zu Flocken geschreddert kann Zellulose in Hohlräume eingeblasen werden.

Holzfaser: Ein Allrounder-Öko-Dämmstoff
Holzweichfaser-Dämmstoffe liegen auf Platz zwei nachhaltiger Dämmmaterialien: Das Ausgangsmaterial sind Resthölzer aus Sägewerken, die mechanisch zerfasert und in Platten gepresst werden. Dank des holzeigenen Bindemittels Lignin kommen einige Produkte ohne weitere Zusatzmittel aus. Holzweichfaser-Platten sind je nach Beschaffenheit in mehreren Konstruktionen einsetzbar: zum Beispiel als Fassadendämmung, als nachträgliche Dachdämmung oder als Außenwanddämmung von innen.
„Bei beiden ökologischen Dämmstoffen zeigt sich, dass sie auch preislich mit konventionellen Materialien mithalten können“, zieht Martin Brandis sein Fazit. Auch wird für die Herstellung von Natur-Dämmstoffen meist deutlich weniger Energie aufgewendet als für konventionelle; und Natur-Dämmstoffe lassen sich gut recyceln oder, wenn das nicht möglich ist, verbrennen.

Kleiner Exkurs: Ein Exot ökologischer Dämmstoffe
Seegras – Einer der jüngsten Dämmstoffe
Erst Ende 2010 erhielt ein Dämmstoff aus Neptungras aus dem Mittelmeer die bauaufsichtliche Zulassung. Für die Herstellung dieses Dämmstoffs wird nur sehr wenig Energie benötigt. Inzwischen wird auch Seegras aus der Ostsee genutzt.

Bei Fragen zu nachhaltigen Dämmstoffen hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot weiter. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder bundesweit kostenfrei unter 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

 

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Team Energieberatung

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